Das Maibaumstehlen

Unzertrennbar mit dem Maibaum verbunden ist der Brauch des Maibaumstehlens. Nach alter Sitte darf der Baum in der Zeit, in der er im Dorf gelagert und bearbeitet wird, gestohlen werden. Sobald ein Maibaumwächter seine Hand auf dem Baum legt, darf er von den Dieben nicht weiter angerührt werden. Nach einem gelungen Diebstahl kommt es zu Übergabeverhandlungen, bei denen die Höhe der Auslöse (Bier und Brotzeit) festgelegt wird.

Der Heimstettener Maibaum konnte bislang noch nie gestohlen werden, auch wenn es manchmal -  wie im Jahr 2006 - durchaus schon recht knapp war.


Dafür waren die Hoaschdenger selbst schon mehrfach erfolgreich. Spektakulär war der Diebstahl des Maibaums des Münchner Hofbräuhauses im Jahr 1986. Acht Burschen und ein Auto einschließlich Anhänger genügten, um den Maibaum zu stehlen. Da sich schnell herumsprach, dass sich der Hofbräu-Maibaum in Heimstetten befand, musste er gut versteckt werden. Auf einem Heuboden wurde der Baum mit Stroh bedeckt und war somit sicher. Es verstand sich von selbst dass, dass die Hoaschdenger dem Baum den letzten Anstrich verpassten und unter großen Aufsehen zum Hofbräuhaus zurückbrachten.